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100 Jahre Johanniskirche in Bechhofen

Artikel vom 23.11.2022

Was wären unsere Städte und Dörfer ohne ihre Kirchen und besonders deren Türme? Viele davon sind im Laufe der Jahrhunderte zum Wahrzeichen ihrer Orte geworden. Doch neben der Verschönerung des Ortsbildes tragen die Kirchen als Glaubensstätten zur Ruhe, innerer Einkehr und Besinnung bei. Das gilt auch für die Johanniskirche in Bechhofen im Dekanat Ansbach. Das im Jugendstil errichtete
Bauwerk ist wegen seiner besonderen Bauart einzigartig in der Umgebung. Am dritten Adventssonntag des Jahres 1922 wurde die Kirche geweiht. Deshalb feiert die evangelische Kirchengemeinde heuer am 11. Dezember das 100-jährige Bestehen ihres Gotteshauses. Dazu wird um 9:30 Uhr zu einem Jubiläumsgottesdienst eingeladen.
Die Festpredigt wird der bayerische Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm halten. Es wird eine seiner letzten Amtshandlungen sein, da er im Frühjahr 2023 in den Ruhestand tritt. Während des Jahres 2022 haben bereits einige Veranstaltungen stattgefunden, die im Zeichen des 100-jährigen Kirchenjubiläums standen. Unter anderem weilte inzwischen auch die Regionalbischöfin Gisela Bornowski als
Jubiläumsgast in Bechhofen.
Die Johanniskirche löste das von der Ortsherrschaft der Herren von Seckendorff bestehende Schloßkirchlein ab. Dieses war im Laufe der Zeit für die durch das Pinselmacherhandwerk expandierende Gemeinde zu klein geworden, so dass bereits im 19. Jahrhundert Pläne für einen Kirchenneubau erstellt wurden, die jedoch nicht zur Realisierung kamen.
Nach dem Aufzug von Pfarrer Johann Hopfengärtner wurde ein Neubau mit Nachdruck verfolgt. 1914 wurde mit der Errichtung des Turmes begonnen. Wegen des beginnenden Ersten Weltkrieges mussten
die Arbeiten unterbrochen werden. Bei der Errichtung bewies sich die große Verbundenheit der Bevölkerung mit ihrer Kirche, indem sie für den Neubau Geld und Material spendete und teilweise selbst bei den Arbeiten mithalf.
Dadurch wuchs die Kirche den Bewohnern Bechhofens von Beginn an ans Herz. Im Laufe der vergangenen 100 Jahre haben in dem Gotteshaus unzählige Taufen, Trauungen und Beerdigungsgottesdienste neben den sonntäglichen Zusammenkünften stattgefunden. Außerdem wird die Kirche gerne für die persönliche Einkehr genutzt, da sie seit einiger Zeit täglich von 10.00 Uhr bis 16.00 Uhr geöffnet hat. Dazu lädt der Kerzentisch mit kleinen Gedankenanstößen, die Gebetswand und auch der Kindertisch ein. Auch für andere Treffen hat sich der Kirchenbau als vorteilhaft erwiesen, wie beispielsweise bei
Konzerten und Gedenkfeiern. Neben der Kirche stand früher das Schulhaus. Dieses wurde bei der Gebietsreform vor 50 Jahren zum Rathaus umgebaut.
Seitdem bilden politische und kirchliche Gemeinde in Bechhofen in optischer Hinsicht eine harmonische Einheit. Nur 100 Meter davon entfernt steht das alte Marktkirchlein St. Katharina, in dem immer wieder Gedenkfeiern und Gottesdienste stattfinden. Eine Besonderheit besteht darin, dass beide Kirchen über eigene Glockengeläute verfügen, die einzeln und auch gemeinsam zum Klingen gebracht werden können. Während sich auf der Johanniskirche ein vierstimmiges Moll-Geläute befindet, verfügt der Turm der Katharinenkirche über ein fünfstimmiges- Dur-Geläut.
Wenn die insgesamt neun Glocken zusammengeschaltet werden, ergibt das einen herrlichen Klang, der von Experten als eines der schönsten Geläute in Bayern bezeichnet wird. Dieser Wohlklang wird
auch wieder am Jubiläumssonntag weit über Bechhofen hinaus zu hören sein.