Raiffeisenbank Bechhofen eG -Generalversammlung
Großenried – In das Bierzelt der Dorfvereine zum Lorenzifest lud die Raiffeisenbank Bechhofen eG ihre Mitglieder zu ihrer 136. Generalversammlung.
Ralph Bieringer, der Vorsitzende des Aufsichtsrates, konnte dazu 576 Mitglieder begrüßen. Er bekundete, dass 2025 „erneut kein leichtes Jahr“ gewesen sei: Bieringer betonte die Stärke der „genossenschaftlichen Familie“ und sah die Raiffeisenbank als Teil einer starken Solidargemeinschaft – die bayerischen Kreditgenossenschaften blickten demnach auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr zurück.
Vorstandvorsitzender Jürgen Seifert erläuterte in seinem Vortrag den Jahresbericht über das Geschäftsjahr 2025. Er erklärte, dass sich die Wirtschaft in einer Phase der Stagnation befinde. Auch für 2026 werde nur ein verhaltenes Wachstum prognostiziert. Dies sei für die Bank ein herausforderndes Umfeld. Positiv zu vermerken sei die rückläufige Inflation, die im abgelaufenen Geschäftsjahr bei 2,3 % gelegen habe. Trotzdem habe sich die Bank laut Seifert „weiterhin robust entwickelt“. Seifert stellte klar, dass sich das Geschäftsmodell der Bank gerade in Krisenzeiten bestätigt habe: Man stelle das regionale Kredit- und Einlagengeschäft in den Mittelpunkt. Den Herausforderungen habe man sich erfolgreich gestellt, das Geschäft mit Besonnenheit betrieben sowie den konservativen und nachhaltigen Kurs fortgesetzt. Dies trage und sei zukunftsfähig.
Vorstand Friedrich Stingl gab der Generalversammlung einen Überblick über die geschäftliche Entwicklung der Bank 2025. Die Zahl der Mitglieder beträgt 1.569 – damit seien mehr als die Hälfte der 3.126 Kunden zugleich Teilhaber der Bank. Die Bilanzsumme der Bank sei auf knapp 100 Millionen Euro gestiegen. Laut dem Vorstand sei trotz der gesunkenen Nachfrage im Baufinanzierungsgeschäft die wichtigste Bilanzposition „Forderungen an Kunden“: Sie sank um 0,2 Prozent auf 50,6 Mio. Euro. Diese „Seitwärtsbewegung“ erkläre sich durch die schleppende Konjunkturerholung. Jede einzelne Finanzierung werde gründlich geprüft – dies geschehe auch im Interesse der Kunden, die dadurch zusätzliche Sicherheit gewönnen. Die Einlagen erhöhten sich um 3,5 Prozent auf 80,6 Mio. Euro – die Kundinnen und Kunden kämen von kurzfristigen Geldanlagen ab und suchten mehrjährige, strategische Termineinlagen mit gesicherten Zinskupons. Das Gesamtkundenvolumen wuchs auf 205 Mio. Euro an. Stingl setzte seinen Vortrag mit einem Bericht über die Vermögenslage der Bank fort: Der aktuelle Stand des bilanziellen Eigenkapitals betrage über 11,6 Mio. Euro. Damit belaufe sich die bilanzielle Eigenkapitalquote auf 11,7 Prozent. Die harte Kernkapitalquote belaufe sich auf 17,8 Prozent, die Gesamtkapitalquote auf 18,9 Prozent. Mit 0,44 Prozent der durchschnittlichen Bilanzsumme bezifferte Stingl das Provisionsergebnis: Hierbei gelte es zu bedenken, dass sich das Vermittlungsgeschäft für Immobilien und das Wertpapiergeschäft erholt hätten; das Bauspargeschäft sei rückläufig. Die Zinsspanne betrug 1,70%. Die Cost-Income-Ratio lag bei 61,8 Prozent. Und das Betriebsergebnis für 2025 lag bei 0,82 % der durchschnittlichen Bilanzsumme – dies liege unter dem Verbandsdurchschnitt. Als Bilanzgewinn verbleibe eine Summe 67.300 Euro. In seinem Fazit schloss Stingl, dass die Raiffeisenbank Bechhofen eG gut gerüstet für die Zukunft sei.
In seinem Bericht konnte der Aufsichtsratsvorsitzende Ralph Bieringer feststellen, dass zwar nicht alle „ambitionierten betriebswirtschaftlichen Ziele“ im abgelaufenen Geschäftsjahr erreicht werden konnten, aber die Richtung stimme. Insofern habe das Aufsichtsgremium dem vorgelegten Jahresabschluss, dem Lagebericht und dem Vorschlag zur Gewinnverwendung nach eingehender Prüfung zugestimmt und er empfahl der Mitgliederversammlung, ebenfalls zuzustimmen. Über die gesetzliche Prüfung durch den Genossenschaftsverband Bayern berichtete Ralph Beck, der stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende: Es hätten sich laut dem Bericht keine wesentlichen Feststellungen oder Beanstandungen ergeben. Die Generalversammlung stimmte schließlich dem Vorschlag über die Verwendung des Jahresüberschusses zu: Ein Teil wird in die Rücklagen fließen und alle Anteilseigner werden auf ihr Geschäftsguthaben eine dreiprozentige Dividende erhalten. Nach der Entlastung des Vorstandes durch die Versammlung standen Wahlen zum Aufsichtsrat an: Ralph Beck wurde von der Versammlung einstimmig wiedergewählt. Ralph Bieringer wies auf die wohltätige Raiffeisen-Stiftung hin, die jedes Jahr viele Einrichtungen und Projekte in der Marktgemeinde Bechhofen fördert. Der Bürgermeister der Marktgemeinde Bechhofen Sven Waidmann hob in seinem Grußwort hervor, dass bei dieser Versammlung alle Ortsteile der Kommune vertreten seien. Er betonte, dass seit vielen Jahren eine enge Verbindung zwischen den Ortsvereinen Großenried und der auf dem Lorenzifest stattfindenden Generalversammlung der Raiffeisenbank bestehe. Dies belege die regionale Verwurzelung und das gemeinsame Einstehen für die Zukunft.
Text + Foto: Johannes Flierl




