150 Jahre KRV Bechhofen
Der Kameraden- und Reservistenverein blickte im Rahmen eines Festwochenendes auf die 150 Jahre seines Bestehens zurück.
Die Feierlichkeiten begannen bei strahlendem Sonnenschein am Samstagnachmittag auf dem Marktplatz im Ortskern: Dort fanden sich über dreißig Gruppen mit ihren Fahnen ein. Darunter etliche Soldatenkameradschaften aus dem südlichen Landkreis sowie zahlreiche Vereine aus der Marktgemeinde Bechhofen. Der Vorsitzende des Kameraden- und Reservistenvereins, Sven Waidmann und der Präsident des Bayerischen Soldatenbundes, Norbert Wagner, nahmen dort am Kriegerdenkmal eine Totenehrung mit Kranzniederlegung vor. Pfarrer Laurent Koch und Pfarrer Thorsten Wolff sprachen ein Friedensgebet.
Anschließend gab eine stattliche Zahl von Böllerschützen des SV Einigkeit Bechhofen den Startschuss für den Festumzug durch den Ort. Unter der Begleitung mehrerer Musikvereine zogen die Teilnehmer zur Ballspielhalle, wo der Festabend über die Bühne ging.
Den Reigen der Festredner eröffnete der Schirmherr des Jubiläumsfestes: Wolfgang Schneiderhan – seines Zeichens Präsident des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge und einstiger Generalinspekteur der Bundeswehr. Er rief die Gesellschaft in seiner Ansprache dazu auf, Wehrhaftigkeit als Beitrag zum Erhalt des Friedens aufzufassen. Zudem betonte er die Bedeutung der Arbeit der Kriegsgräberfürsorge gerade in diesen unfriedlichen Zeiten. Als nächstes ergriff BSB-Präsident Norbert Wagner das Wort; nach seiner Ansprache überreichte er dem Kameraden- und Reservistenverein Bechhofen anlässlich dessen 150-jährigen Bestehens ein Fahnenband des Bayerischen Soldatenbundes 1874. Einen interessanten Bogen vom deutsch-französischen Krieg 1870/71 bis in die heutigen Diskussionen um die Wehrpflicht spannte der stellvertretende Landrat des Landkreises Ansbach, Rainer Erdel. Die bayerische Perspektive auf die heutigen sicherheitspolitischen Herausforderungen legte MdL Helmut Schnotz dar. Wolfgang Weiß von der Soldaten- und Reservistenkameradschaft Sachsbach-Reichenau überbrachte die Grüße des Patenvereins: Als Patengeschenk überreichte er die Einladung zu einem kameradschaftlichen gemeinsamen Brotzeitabend in Reichenau.
Den offiziellen Teil des Festabends beschloss Bürgermeister Sven Waidmann mit seiner Ansprache. Er überraschte die Vereinsmitglieder mit einem im Archiv des Rathauses wiederentdeckten Schmuckstück: Anlässlich der Jubiläumsfeier zum 100-jährigen Bestehen im Jahr 1976 hatte die Marktgemeinde unter Bürgermeister Werner Schellmann eine dem Verein gewidmete Fahne mit dem Gemeindewappen überreicht. Aus heute nicht mehr zu ergründenden Motiven landete diese Fahne dann eines Tages wieder im Rathaus und geriet dort in Vergessenheit, bis sie nun jüngst bei einer Aufräumaktion im Archiv wieder zutage kam.
Im Anschluss an die Ansprachen unterhielt der Musikverein Großenried die etwa 500 Gäste mit schwungvollen Blasmusikklängen. Das Fest setzte sich am Sonntag mit einem ökumenischen Festgottesdienst fort – dieser wurde wiederum von Pfarrer Laurent Koch und Pfarrer Thorsten Wolff zelebriert. Die Sammlung unter den zahlreich herbeigeströmten Gottesdienstbesuchern wurde zugunsten des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge durchgeführt. Als Ehrengast konnte am Sonntag der Präsident des Bezirkstags von Mittelfranken, Peter Daniel Forster, begrüßt werden. Das Fest fand seinen Ausklang in einem Weißwurstfrühschoppen.
Foto/Text: Johannes Flierl






