„Lebensfreude im Alter“
Im Anschluss an seine diesjährige Mitgliederversammlung lud der Verein „Lebensfreude im Alter“ zu einem Impulsvortrag des renommierten Sozialwissenschaftlers Professor Hubert Oppl ein, der neue Perspektiven auf das Altern eröffnete.
Eröffnet wurde der Nachmittag durch die Mitgliederversammlung des Vereins. Der Erste Vorsitzende Werner Schellmann konnte eine positive Bilanz ziehen: Neben der offiziellen Eintragung des Vereins-Markenlogos konnte der Verein mit Frau Doris Unger ein neues ordentliches Mitglied begrüßen.
In seinem Bericht reflektierte Schellmann über die Arbeit der vergangenen Monate. Da die Information der Bevölkerung einen Kernauftrag darstellt, fokussierte sich der Verein an diesem Tag verstärkt auf die Bildungsarbeit. Nach dem tadellosen Kassenbericht durch Ralf Zippold wurde die Vorstandschaft einstimmig entlastet. Abschließend unterstrichen die Mitglieder die Notwendigkeit, alle Akteure im Seniorenbereich stärker zu vernetzen.
Direkt im Anschluss knüpfte Professor Hubert Oppl aus Kempten an das Vereinsziel an und zog mit seinem Vortrag eine Brücke zwischen Architektur, Stadtplanung und Lebensqualität. Inspiriert von der bekannten Werbefrage „Wohnst du noch oder lebst du schon?“, legte er dar, dass Architektur den Lebensprioritäten des Menschen folgen muss, nicht umgekehrt.
Besonders hob Oppl die Erkenntnisse aus der Corona-Pandemie hervor, die die Trennung von Wohnen und Arbeit grundlegend in Frage gestellt habe. Unter Bezugnahme auf das Konzept der „wachsenden Ringe“ von Andreas Kruse betonte er: „Alter ist keine Krankheit, sondern eine Phase, die gestaltet werden kann und muss.“
Oppl plädierte für ein sinnerfülltes Altern, bei dem die angesammelte Lebenserfahrung als wertvolles gesellschaftliches Potenzial verstanden wird. „Es ist großartig, zu dem geworden zu sein, was man früher vielleicht nicht sein wollte“, zitierte er die Schriftstellerin Ildikó von Kürthy, um die positive Wandlung im Alter zu illustrieren. Anhand von Beispielen aus Orten wie Gersthofen, Bad Wörishofen und Sonthofen zeigte der Sozialwissenschaftler auf, wie „Leben im Quartier“ heute erfolgreich gestaltet werden kann.
Nach dem Vortrag kam es noch zu einer angeregten Diskussion mit interessanten Fragen.
Foto/Text: Johannes Flierl




